Front- & Seitenansicht des Pinzgauer 712K
Markante Frontlenker-Silhouette in RAL 7013 Braungrau mit geteilter Frontscheibe, Scheinwerfer-Schutzgittern und hoher Portalachs-Bodenfreiheit.
Entwickelt unter Chefkonstrukteur Dipl.-Ing. Erich Ledwinka in Graz, gilt der dreiachsige Pinzgauer 712K (6×6) mit geschlossenem 5-türigem Kommandokastenaufbau als eines der geländegängigsten Radfahrzeuge der Welt. Zentralrohrrahmen, Portalachsen mit 335 mm Bodenfreiheit und drei während der Fahrt hydraulisch schaltbare Sperren machen ihn im alpinen Gelände unaufhaltsam.
ORIGINALFAHRZEUG
Steyr-Puch Pinzgauer 712K
Benannt nach der trittsicheren österreichischen Kaltblut-Pferderasse aus dem Salzburger Pinzgau, setzte der Steyr-Puch Pinzgauer ab 1971 weltweit den Maßstab für militärische und zivile Hochgeländegängigkeit.
Aufbauend auf den Erfahrungen mit dem legendären Steyr-Puch Haflinger (700 AP) begann Mitte der 1960er-Jahre bei der Steyr-Daimler-Puch AG in Graz-Thondorf unter Chefkonstrukteur Dipl.-Ing. Erich Ledwinka die Entwicklung eines größeren, hochgeländegängigen Systemfahrzeugs in Frontlenker-Bauweise.
1971 startete in Graz die Serienproduktion. Durch das durchdachte Baukastenprinzip wurden parallel der zweiachsige Typ 710 (4×4) und der dreiachsige Typ 712 (6×6) gefertigt. Beim Österreichischen Bundesheer (in klassischem Braungrau RAL 7013) sowie in der Schweizer Armee bildete der Pinzgauer über Jahrzehnte das Rückgrat der mobilen Einsatzkräfte.
Das Kürzel „K“ steht für Kastenwagen: Während die meisten Pinzgauer mit Planenverdeck ausgeliefert wurden, besitzt der seltene 712K eine geschlossene, fünftürige Ganzstahlkarosserie. Er diente als mobiler Gefechtsstands-, Führungs- und Funkwagen mit Kartentisch, Trenngitter, Außen-Stromaggregat und 24V-Standheizung.
Die außergewöhnliche Geländegängigkeit des Pinzgauer 712K beruht auf einer Kombination aus verwindungssteifem Zentralrohrrahmen, Portalachsen mit Stirnrad-Radantrieben und einem luftgekühlten 2,5-Liter-Leichtmetallmotor.
Das tragende Rückgrat des Pinzgauers bildet ein durchgehendes, hochfestes Zentralrohr. Alle Antriebswellen und Betätigungsgestänge für die Differenzialsperren verlaufen vollkommen gekapselt und geschützt vor Steinschlag, Schlamm und Staub im Inneren des Zentralrohrs. Selbst bei härtester Verschränkung im Fels bleibt der 5-türige Kastenaufbau spannungsfrei.
Alle sechs Räder sind einzeln an unabhängigen Pendel-Halbachsen aufgehängt. Durch Radseiten-Stirnradgetriebe (Portalachsen) liegen die Achsantriebe deutlich oberhalb der Radmitte. Das Resultat sind 335 mm Bodenfreiheit und eine enorme Achsverschränkung der hinteren Tandem-Pendelachsen an Längsblattfedern.
Angetrieben wird der 712K von einem gebläsegekühlten 2,5-Liter-Vierzylinder-Reihenmotor aus Leichtmetall (64 kW / 87 PS) mit zwei Gelände-Doppelfallstromvergasern (Zenith 36 NDIX) und zwei Ölpumpen für volle Schmierung bis 45° Schräglage. Die Kraftübertragung erfolgt über ein vollsynchronisiertes Wechselgetriebe mit 5 Vorwärtsgängen und 1 Rückwärtsgang sowie ein zweistufiges Verteilergetriebe (Geländeuntersetzung).
Der Pinzgauer 712K ist speziell für Führungs- und Fernmeldeaufgaben konzipiert: Im Fond befindet sich hinter einem stabilen Schutz- und Gerätetrenngitter mit Durchreiche ein großer, grün beschichteter, ausklappbarer Funk- und Kartentisch mit Einzelsitzen. Für den autarken Betrieb der Funkanlagen im Stand verfügt der 712K über ein 24-Volt-Bordnetz mit abgeschirmter Zündanlage, ein eigenes Außenstaufach mit ausziehbarem Stromaggregat auf der linken Fahrzeugseite sowie eine leistungsstarke 24V-Standheizung.
Über die drei farbcodierten Hebel in der Cockpit-Mittelkonsole werden der Allradantrieb und die 100%-Klauensperren hydraulisch während der Fahrt unter Last geschaltet. Klicken Sie auf die Hebel, um den Kraftfluss im 6×6-Zentralrohrrahmen zu testen:
Originalaufnahmen des Steyr-Puch Pinzgauer 712K: Vom Dreiachs-Außenprofil über das Cockpit mit den drei Sperrenhebeln bis zum Funk- und Kommandoraum. Bewegen Sie die Maus über ein Bild zur vergrößerten Darstellung oder klicken Sie für die Vollbild-Lightbox.
Auf steilem Gebirgsschotter zeigt der Pinzgauer 712K die Überlegenheit des dreiachsigen Pendelachsfahrwerks. Die sechs Portalräder gleichen grobe Felsstufen geschmeidig aus, während der geschlossene Kommandokastenaufbau ruhig in der Spur bleibt.
Markante Frontlenker-Silhouette in RAL 7013 Braungrau mit geteilter Frontscheibe, Scheinwerfer-Schutzgittern und hoher Portalachs-Bodenfreiheit.
Geschlossener 5-türiger Ganzstahl-Kastenaufbau mit hinterer Tandem-Pendelachse, Belüftungskiemen für das Aggregatfach und Heck-Ersatzrad.
Geöffnetes Seitenstaufach auf der linken Fahrzeugseite mit integriertem, ausziehbarem Stromaggregat zur autarken Funkstromversorgung.
Übersichtlich gegliedertes 24V-Armaturenbrett mit VDO-Tachometer, Kontrollleuchteneinheit, Dreispeichenlenkrad und Motorabdeckung.
Die drei hydraulischen Schalthebel in Grün (Allrad 6×6), Weiß (Differenzialsperre hinten) und Gelb (Differenzialsperre vorne) samt Haltegriff.
Blick über den grün beschichteten Funk- und Kartentisch durch das stabile Schutz- und Gerätetrenngitter mit Durchreiche nach vorne.
Innenansicht des Führungs- und Fernmelderaums mit großem, ausklappbarem Arbeitstisch und gegenüberliegenden Einzelsitzen.
Detailansicht des oberen Gerätetrenngitters zwischen Fahrerhaus und Kommandoraum mit originalen militärischen Halterungen.
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